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Bei einem Besuch der Leuchtenburg wird man zukünftig nicht nur ins Mittelalter entführt, sondern begibt sich auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Porzellans. Am Beginn der sieben Ausstellungswelten steht der PROLOG. Eine Welt, die mit dem Spiel von Kunst, Natur und Sprache zum Porzellan überrascht. Interessante Querverbindungen zu Flora und Fauna werden hergestellt.
Wie kommt die Porzellanblume zu ihrem Namen? Was hat die Kaurischnecke mit dem Porzellan gemein? Aber auch die Sprache bleibt nicht unberücksichtigt. Warum bringen Scherben Glück, wird hier gefragt.
Die Zeitreise durch die Geschichte des Porzellans führt in eine geografisch ferne Welt. „Das Fremde“ Asien kann durch Düfte, Geräusche, Klänge und Farben wahrgenommen werden. Die Kunde vom Porzellan gelangte durch Marco Polo nach Europa. Hier fragte man sich, wie es im fernen China gelingen konnte, einen Stoff herzustellen, der den einheimischen Keramiken so wenig ähnelte. Waren vergrabene Muschelschalen das Geheimnis? Als Rarität gelangt Porzellan in diesen Jahrhunderten in die Kunst- und Wunderkammern der Fürsten, auch in Thüringen.
Das Verlangen nach Porzellan brannte, vor allem an den europäischen Fürstenhöfen. August der Starke war fieberhaft auf der Suche nach dem weißen Gold. Unter anderem mit Hilfe der Alchemie versuchte man das Rätsel zu lösen. Zahlreiche erfolglose Versuche folgten, bis das Rätsel zunächst in Sachsen und einige Jahrzehnte später in Thüringen gelöst wurde.
Endlich war es den Europäern möglich, Porzellan selbst herzustellen. In ganz Europa versuchte man bald dieses Luxusgut herzustellen. Edles Porzellan krönte Bankette und Feste, verzierte fürstliche Säle. In mühsamer Manufakturarbeit wurde es hergestellt und blieb für die Mehrzahl der Bevölkerung ein unerschwingliches Luxusgut. Dieser Zwiespalt wird im Rahmen einer Tischinszenierung für die Besucher erlebbar sein.
Im späten 18. und 19. Jahrhundert verändern sich die Produktionsbedingungen des Porzellans. Die Industrialisierung verwandelt Manufakturen in Fabriken. Der Preis des Porzellans sinkt und dieses findet nun verstärkt seinen Weg in den bürgerlichen Haushalt. Stolz wird es dort in Vitrinen präsentiert. Doch nicht nur hier verändert das Porzellan den Alltag. Als wichtiger Bestandteil der fortschreitenden Technologisierung ermöglicht es die Elektrifizierung der Haushalte.
Die Welt „das Vertraute?“ wird Porzellan in ungewohnten Anwendungsmöglichkeiten zeigen. Diese Welt möchte den Werkstoff aus seiner alltäglichen Vertrautheit lösen, indem sie ihn aus anderen Blickwinkeln zeigt. So erklingt hier Musik auf Porzellan, die der Kölner Perkussionist Tobias Stürmer zum Klingen bringt. Darüber hinaus findet sich Porzellan aber auch in Tanz und Mode.
Zum Abschluss der Zeitreise durch die Geschichte des Porzellans wird der Besucher mit der Frage konfrontiert, wie Porzellan im nächsten Jahrhundert genutzt werden wird. Werden wir noch von Porzellan essen oder werden Pappteller und „convenience food“ dieses verdrängen?