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Die Leuchtenburg ist ingesamt ein großartiges Erlebnis und es gibt viel zu entdecken. Vielfältigste Ausstellungen auf dem Burggelände und in den architektonisch einmaligen Gebäuden und Anbauten laden die Besucher zum Staunen und Mitmachen ein. Mittelpunkt ist die Erlebnisausstellung "Porzellanwelten", welche multimedial alle Sinne berührt. Die sieben Welten dieser Ausstellung werden ab Mitte 2012 Stück für Stück eröffnet und die Besucher in Ihren Bann ziehen. Die Ausstellung im Marterturm zur "Mittelalterlichen Gerichtsbarkeit" ist bereits beeindruckend inszeniert und zu besichtigen. Zum Jubiläum 500 Jahre Reformation im Lutherjahr 2017 zeigt sich die Leuchtenburg als spektakulärer Schauplatz, an welchem Reformationsgeschichte geschrieben wurde. Lesen Sie unten mehr zu unseren Erlebnisausstellungen.
Die „Porzellanwelten Leuchtenburg“ werden eine multimediale, mit allen Sinnen erlebbare Reise durch die Geschichte des Porzellans bieten. Diese nimmt ihren Anfang in Asien, dem Ursprungsland des Porzellans, das die Europäer durch seine Fremdheit und Andersartigkeit faszinierte. Der Besucher erlebt die unermüdlichen Versuche der Enträtselung, seine Stellung als Luxusgut und den Einzug in die alltägliche Lebenswelt der Menschen. Am Ende steht die Vision der Zukunft. Werden wir in 200 Jahren noch von Porzellan essen?
Rekordverdächtig groß (über sieben Meter) oder klein (im Millimeterbereich) kann es sein. Es findet in Mode, Musik und Hochtechnologie Verwendung. Diese Vielfalt wird auf der Leuchtenburg nicht ausgestellt, sondern künstlerisch inszeniert. Ab Juli diesen Jahres werden sukzessive die Welten auf der Leuchtenburg eröffnet, bis 2012 die gesamte Schau erlebbar wird.Erfahren Sie mehr über diese atemberaubendes und einmaliges Ausstellungskonzept hier.
Der Marterturm ist einer der vier Wehrtürme der Burganlage Leuchtenburg. Die Burg war jedoch nie einem Angriff ausgesetzt, so dass die Wehrtürme nie in ihrer eigentlichen Funktion genutzt wurden. In einem der Türme, dem Marterturm befindet sich über zwei Ebenen eine modern inszenierte Ausstellung zur Gerichtsbarkeit. Die Ausstellung wurde im August 2010 eröffnet und zeigt lebhaft die Nutzung der Leuchtenburg als Gerichtsstandort.1396 wird die Leuchtenburg als fürstliches Amt ein wichtiger Standort im Staatsbildungsprozess der Wettiner. Für 120 Orte der Umgebung ist die Burg für über 300 Jahre (bis 1702) oberste Gerichts-, Finanz-, Militär- und Verwaltungsbehörde.
Anlässlich des Lutherjahrs 2017 wird es auf der Leuchtenburg eine Ausstellung geben, in dem sich die Leuchtenburg und Region als wichtiger Schauplatz der Reformationsgeschichte vorstellt.
Philipp Melanchton und die "Wiedertäufer" stehen dabei im Mittelpunkt. 1535/36 wird die Leuchtenburg als wettinischer Amtssitz und Zentrum der Landesherrschaft ein besonderer Schauplatz der Reformationsgeschichte: Der Theologe Philipp Melanchton, der sich aufgrund der Pest und der damit verbundenen Verlegung der Universität Wittenberg nach Jena in der Region aufhält, wird vom Amtsverwalter Peter Wolfram auf die Leuchtenburg gerufen. Ursache sind mehrere auf der Burg inhaftierte Wiedertäufer, die der Gelehrte verhören und in den strittigen Punkten zur Religionsauslegung examinieren soll. Religionsauslegungen um Luthers reformierte Kirche und die Wiedertaufe als eine der extremen und weit über die Ansichten Luthers hinausgehenden Form, hatten bereits seit dem Sommer 1523 das Saaletal um die Pfarrei in Orlamünde in Aufruhr gebracht . Grund dafür war die Übersiedelung des Reformators Karlstadt von Wittenberg nach Orlamünde, nachdem es heftige Auseinandersetzungen mit Luther gegeben hatte. Zwar war Karlstadt unmittelbar in seinen Ansichten von Luthers Kirchenreformation beeinflusst, ging aber später eigenständige und radikalere Wege über diesen hinaus. Karlstadt drängte auf Abschaffung all dessen, was nach seiner Auffassung mit einem evangelischen Glaubensbewusstsein nicht mehr vereinbar war. Er hielt die Beichte und Fastengebote für überflüssig und stellte die Kindertaufe ein. Auch in Orlamünde und der Region bis Jena trafen diese radikalen Ansätze auf großen Zuspruch. Luther selbst reiste in die Gegend, um Karlstadt von seinen Ansichten abzubringen, und als dieser sich nicht bekehren ließ, wurde er im September 1524 des Landes verwiesen. Diese Vertreibung verlieh ihm den Glanz des Märtyrertums, und seine Lehren wurden im Verborgenen noch populärer.