Die Geschichte und Faszination des Porzellans neu entdecken! Sieben interaktive Porzellanwelten auf der Leuchtenburg laden zu einer lebendigen Reise rund um das „weiße Gold“ ein: Vom fremden Material aus Asien über die unermüdlichen Versuche seiner Enträtselung, seiner exklusiven Verwendung als höfisches Luxusgut bis hin zur Fließbandware während der Industrialisierung und den Visionen für die Zukunft.

Wie kommt die Porzellanblume zu ihrem Namen? Was hat die Kaurischnecke mit Porzellan gemein? Und warum bringen Scherben Glück? Zu Beginn der Porzellanwelten werden die Besucher mit einem Spiel von Kunst, Natur, Sprache und interessanten Querverbindungen zu Flora und Fauna überrascht.

Ein Schattentheater führt die Besucherinnen und Besucher zu Beginn in das ferne China – dem Ursprungsland des „weißen Goldes“. Von hier aus kam das Porzellan auf alten Handelswegen zu Wasser und zu Land an die europäischen Königshäuser und Fürstenhöfe und als Rarität in deren Wunderkammern.

Die Herausforderungen und Schwierigkeiten der Reisewege dokumentieren wertvolle frühe chinesische Porzellane. In der Installation einer Wunderkammer kann der Besucher schließlich in die höfische Welt wichtiger Porzellansammler der Zeit eintauchen und echte Wunder erleben.

Das „weiße Gold“ war in Europa sehr begehrt. Daher versuchten Könige und Fürsten fieberhaft, die Formel zur Herstellung des Porzellans zu finden. Während es in einem nachgebauten Alchemielabor um die aktive Auswahl und Zusammenstellung der richtigen Materialien geht, kann am Brennofen das technische Geschick unter Beweis gestellt werden.

Ein kleiner Fehler und die kostbare Vase zerspringt und landet im „Raum des Scheiterns“. Hier werden zahlreiche historische und moderne Stücke präsentiert, die kleine und große Makel aufweisen.

Wertvolle Porzellane der frühen Thüringer Manufakturen schmücken die Welt „Das Kostbare“. Eine barocke, festlich gedeckte Tafel wird modern interpretiert. Der Besucher wird Teil der barocken Welt am Hofe, erfährt die Bedeutung von Porzellan als Status- und Machtsymbol und wie es die Esskultur veränderte. Höhepunkt ist eine Interpretation eines Porzellankabinetts, wie sie im 18. Jahrhundert an den Höfen entstanden.

Ein labyrinthartige, pinke Holzkonstruktion führt durch die vierte Welt. Auf den markanten Balken dokumentieren u. a. Spritzdekor, Spitzenfiguren, Puppen und Souvenirs wie sich das Porzellan vom exklusiven Einzelstück im 19. Jahrhundert zu einem bezahlbaren Produkt für alle Kreise der Bevölkerung wandelte. Hier steht die Rolle des Thüringer Porzellans im Zentrum. Die Thüringer Manufakturen führten zum Ende des Jahrhunderts den Weltmarkt an und Thüringer Tischporzellan, Spielwaren oder Isolatoren reisten in die ganze Welt.

Der Besucher betritt einen schwarzen Raum. Sterne leuchten auf. Die Konturen des Raumes verschwinden, der Besucher scheint im Weltraum zu schweben. Nach und nach bilden sich Worte um ihn. Sie formen sich zu Wünschen.

Plötzlich zerschlägt Porzellan und der Wunsch verschwindet. Der Besucher befindet sich im Archiv der Wünsche, kann sich selbst ein Stück Porzellan nehmen und es am Ende des anschließenden 20 Meter langen Skywalk, dem „Steg der Wünsche“, zerscherben lassen. Scherben bringen Glück, der Wunsch wird Teil des Archives.